Munchmuseet, MM K 2681

MM K 2681, Munchmuseet. Datert 10.02.1912 . Brev fra Albert Kollmann.

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Dresden-A, den 10 Febr. 1912



    Lieber Herr Munch,


    Ich bin nun schon 12 Tage in Dresden
war erste Woche krank, konnte Nichts
thun. Letzte Tage aber bin ich öfters
in einem reichen Hause hier gewesen,
von welchem die Dame in Berlin bei mir im
Speicher meine Munch Gemälde angesehn hat.
Es ist nun wohl Interesse da bei Ihr, sie
hat Weihnachten bei Cassirer ein Cézanne
gekauft. Jetzt nicht, aber später wird sie
auch ein Munch Gemälde kaufen. Hier
in Salon Arnold (Gutbier) ist jetzt Nolde
anti Liebermann Ausstellung und die ziemlich bornierte
Dresdener Kunstkritik schreibt wie immer
schlecht, doch ein bischen weiter entwickelt
ist hervorgehoben, dass es mit Munch’s
„Greuelszenen” und dem in Wahnsinn geendeten
van Gogh seinen Anfang nahm und Schule
machte. In der Münchener Zeitung fand ich
„dass am 13 Febr. die grosse Ausstellung des
Norweger Malers ”Edv Munch im Oberlichtsaal
bei Tannhäuser eröffnet wird”, also Dinstag

 

      

    Ich bin nun bald mit Dresden fertig. Dann will
ich über Chemnitz u Nürnberg (wohl 4 Tage) \in Chemnitz u Nürnberg/
in München sein und werde circa am 18 Febr
bei Thannhäuser Ihre Ausstellung besuchen.
Wenn Sie mir schreiben wollen, dann bitte
adressiren Sie auch an Thannhäuser für
Albert Kollmann München.

    Es ist wohl sicher, dass dieses Mal in München
und Wien für Sie ein grosser Erfolg einsetzt.
Schon in Berlin war es zu bemerken wie sehr
man nach Ihnen verlangt. Auch dort bei Cassirer
hatte ein Wiener Oppenheimer 50 Sachen aus-
gestellt, welche nachweislich auch aus
Munch mithervorgegangen. Die Katze
war zu lange nicht da, und da tanzen
die Mäuse auf dem Tisch.

    Sie werden hoffentlich auch selbst nach
München reisen Die Wirkung ist sehr
viel stärker, wenn Autor selbst zugegen
Sie sind auch gar nicht in Gefahr zu viel
mitmachen zu müssen, denn es ist endlich
auch in Deutschland ein starkes Verlangen
nüchtern und Gesundheit fördernd zu leben.
Ich selbst bin in Hauptsache immer noch
Vegetarier und meist ohne Trinken. Da ich
doch schon so alt und immer noch rüstig, auch
begeisterungsfähig bin, ist es wohl ein Beweis,
dass meine Lebensweise die richtige ist.

    Sie könnten mir auch gleich nach Empfang dieses
    Briefes hierher telegrafiren, wenn es Wichtiges ist.
    
    Herzlichst grüsst
    Ihr Albert Kollmann